Struggle for Peace“, Konzert zum Volkstrauertag am 15.11.2015 in der Alt Aumunder Kirche, Bremen

 

 

„Wir wollen dieses Konzert am Volkstrauertag nutzen, um nicht nur an vergangenes Trauriges zu erinnern, sondern vor allem einen Ausblick in die Zukunft zu schaffen. Deswegen heißt es auch „Struggle for Peace“, denn wir alle sollten uns nach Kräften um den Frieden bemühen“, waren Jan Wiechmann und Hauke Scholten sich im Vorfeld einig.

Die beiden Musiker gaben unterschiedlichste musikalische Interpretationen von Trauer, Liebe, Gedenken und Hoffnung der letzten Jahrhunderte auf höchstem musikalischen Niveau zum Besten, darunter „Something told the white geese“ der Zeitgenossin Sherri Porterfield, das Traditional „Greensleeves“, ein gregorianisches Stück namens „Salve Regina“und das „Ständchen“ von Franz Schubert.

 

Die Auswahl der Lieder war geeignet, um das Können des 20jährigen Sängers, der mit sieben Jahren in Hauke Scholtens Chor eintrat, zu zeigen.

Dieser erkannte damals das musikalische Talent des Jungen, förderte und forderte ihn und führte ihn auf den Weg der Solokarriere.

 

Alte und neue Musik singen zu können, dazu hohes und tiefes, zeugt von der außerordentlichen Variabilität dieser jungen und doch erfahrenen Stimme.

 

Hauke Scholten begleitete Jan Wiechmann während des Konzertes an Orgel, Klavier und Cembalo. Manchmal sang er mit seinem Schüler im Duett oder fügte eine Zweite Stimme ein.

 

 

Natürlich durfte auch diesmal „Struggle for....“ von Wim Mertens nicht fehlen, das von großer Virtuosität und Fingerspitzengefühl erzählte und an der Alt Aumunder Orgel einen ganz eigenen Charakter entwickelte. Hier registrierte Jan Wiechmann für seinen Lehrer.

Auch das ist eine hohe Kunst und zeigt, wie sehr diese beiden zum Team geworden sind.

 

Aufgrund der jüngsten Entwicklungen in Frankreich war Pastor Jan Lammert von den beiden Künstlern gebeten worden, ein paar Worte und ein Gebet für die Verwundeten, Verstorbenen und Hinterbliebenen der Terrorakte zu sprechen.

 

Er hielt einen kurze, aber sehr bewegende Ansprache, die die Kilometerzahl zwischen Bremen und Paris binnen Sekunden schrumpfen ließ.

Seine Worte in Verbindung mit der Musik öffneten Schleusen, so dass bei vielen Zuhörern Tränen flossen und dieser Volkstrauertag einen sehr persönlichen Blick auf Krieg und Frieden und unsere persönliche Involviertheit in die Geschehnisse der Welt ermöglichte.

 

Auch den Musikern ging die Geschichte des dem Pastor bekannten jungen Studenten, der sich mit Feunden in einem Café traf und als einziger lebend entrann, sehr nahe.

Das nächste Stück, „Tief liegt des Todes Schatten auf der Welt“ von Ralph Vaughan Williams erforderte aufgrund der emotional aufgeladenen Atmosphäre besondere Professionalität.

 

„Ich habe schon manche Stunde denkend an meinem Küchentisch verbracht“, sagte ein Zuhörer. „Nun bin ich dankbar, dass ich meine Emotionen teilen und hierlassen konnte.“

 

Eine Dame sah diesen musikalischen Abend als Ansporn an: „Frieden muss im Kleinen anfangen. Die Menschen müssen verzeihen lernen. Es kann jederzeit und überall beginnen, mitten unter uns!“

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