Turmkapellenkonzert am 10.05.2015  in der Michaelskirche, Neuenkirchen

 

Nachdem im letzten Jahr das Konzert in der Turmkapelle mit Jan Wiechmann und Hauke Scholten innerhalb von zwei Wochen ausgebucht und die beiden Männer im Januar die Kirche in der Lichtblickstraße mit ihrer Musik gefüllt und damit ca. 200 Menschen angezogen haben, war es wieder soweit: Das Turmkapellenkonzert am 10. Mai erfreute sich wieder großer Beliebtheit.

 

"Primavera" - „Frühling“ - hieß das Konzert in der 1000 Jahre alten Turmkapelle der Michaelskirche in Neuenkirchen, die als Wehr- und Zufluchtsort bei kriegerischen Auseinandersetzungen oder Sturmfluten gebaut wurde, lange bevor die Kirche entstand.

 

Während draußen die Sonne herrlich strahlte und die Vögel zwitschernd sangen, entstand drinnen eine „Oase der Musik“, wie sie von einer Dame aus dem Publikum genannt wurde.

Dieses Gefühl des Entrückt-Seins in eine andere Welt, genieße ich immer sehr. Vor allem in der Turmkapelle, diesem kleinen Raum voller Geborgenheit, spüre ich das deutlich. Und wenn Hauke Scholten und Jan Wiechmann dann anfangen, zu singen, dann bin ich nicht mehr in der Wirklichkeit des Alltags. Den habe ich dann völlig vergessen und fühle mich einfach nur wohl.“

 

Die beiden Männer ziehen die Zuhörer mit ihrer Musik schon gleich mit den ersten Tönen in ihren Bann. Mal singen sie gemeinsam, mal singt Jan Wiechmann alleine, mal wird er vom Cembalo begleitet, mal ist nur das Klavier zu hören.

 

Der musikalische Abend beginnt mit dem Stück, mit dem das letzte Konzert beendet wurde, mit „Zefiro torna“ von Claudio Monteverdi, ihm folgen mehrere Stücke von John Dowland, die Musik von Mozart, Händel und Telemann fehlen ebensowenig, wie ein Lied von Laith al Deen.

Also wieder ein Abend, quer durch die verschiedenen Zeitalter und Stilrichtungen der Musik – sogar ein bißchen jazzig wurde es zeitweise.

 

Bei einem reinen Instrumentalstück von Ludovico Einaudi, mischten sich die durch's Fenster hereindringenden Vogelstimmen zu einem quasi durchgeplant klingenden Musikstück, das zum Namensgeber der diesjährigen Turmkapellenmusik wurde. Und auch ein kleiner Marienkäfer spazierte in frühlingshafter Stimmung über die Tasten des Klaviers.

 

Hauke Scholten hatte eigens für dieses Konzert sein eigenes Cembalo transportiert, was gar nicht so einfach war, denn es mußte über die Kirchentreppe und durch den schmalen Gang zur Turmkapelle gebracht werden.

 

Die stimmungsvolle Beleuchtung des Raumes, der in zartes Hellblau getaucht war, unterstrich die märchenhaftigkeit des Abends.

All das trug dazu bei, daß „die kleine Kapelle groß 'rauskam“.

Dafür ein herzliches Dankeschön an Cedric Lange, der als ehemaliges Mitglied der Schul-AG Bühnentechnik an der IGS in Osterholz-Scharmbeck auch nach der Beendigung seiner Schullaufbahn dort immernoch für die Bühnentechnik zuständig ist und daher den Kontakt zwischen Schule und musikalischem Förderverein knüpfen konnte.

So kam das Licht in die Kapelle.

 

Wir haben mit diesen Konzert nun schon das zweite Programm gemeinsam erarbeitet. Ich bin sehr stolz darauf, daß das in dieser kurzen Zeit mit meinem Schüler zusammen möglich war. Jeder hier wird erahnen können, wieviel Freude es mir macht, aus diesem jungen Menschen so viele verschiedenen Töne und Stilrichtungen herauszukitzeln.“, schwärmt Hauke Scholten und lächelt in Richtung Jan Wiechmann, der ebenso glücklich und befreit zurücklächelt.

 

Die beiden haben allen Grund dazu, sich zu freuen und stolz auf sich zu sein. Eben noch standen sie im Rampenlicht, wurden mit standing ovations, nicht-endenwollendem Applaus und klatschen im Takt überschüttet und zu einigen Zugaben bewegt.

 

Wie sehr es den Zuhörern gefallen hat, machten diese durch großzügige Spenden für den kirchenmusikalischen Förderverein in Neuenkirchen und Rekum deutlich.

 

Nach solch einem Konzert merke ich das ganz besonders: Die Musik entführt mich. Wenn es vorbei ist, komme ich mir vor, als käme ich aus einer völlig anderen Welt“, sagt Jan Wiechmann und man sieht den märchenhaften Glanz noch immer in seinen Augen.

 

An der Auswahl der Stücke lässt sich die Vielseitigkeit der beiden Musiker ablesen. Der eine hat den anderen „großgezogen“, nun sind sie ein Team geworden. Da gibt es jetzt viele Schnittmengen, die dazu führen, dass solche Konzerte Wirklichkeit werden können.

 

Das Turmkapellenkonzert ist schon zur liebgewonnenen Tradition geworden.Nach dem Konzert ist vor dem Konzert – wir freu'n uns schon auf's nächste!

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© musica sacra e.V.